Abdichtung im Bad nach DIN 18534
Wassereinwirkungsklassen, Aufbau der Verbundabdichtung und die fünf häufigsten Fehler.
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Eine Fliese kann nicht besser halten als die Schicht, auf der sie klebt. Die Prüfung des Untergrunds steht deshalb am Anfang jeder Verlegung, und zwar bevor der erste Sack Kleber aufgerissen wird.
„Der Boden war doch gerade und sauber.“ Diesen Satz hören wir oft, wenn wir zu losen Fliesen gerufen werden. Gerade und sauber reicht aber nicht. Entscheidend ist, ob der Untergrund die Last dauerhaft annimmt und ob er sich anders bewegt als der Belag darüber. Beides sieht man nicht, man prüft es.
Ein Untergrund ist verlegereif, wenn er diese Eigenschaften gleichzeitig mitbringt:
Typische Untergründe, die diese Anforderungen nicht erfüllen: sandender Altestrich, lose Spachtelschichten, alte Anstriche und Versiegelungen, hohlliegende Altfliesen, Gipsputz im Nassbereich und frischer Estrich, der noch nicht fertig getrocknet ist.
Welche Grenzwerte für Restfeuchte und Ebenheit im konkreten Fall gelten, hängt vom Aufbau ab. Maßgeblich sind die Angaben des Estrich- und des Klebstoffherstellers sowie die vertraglich vereinbarte Anforderung. Wir halten im Angebot fest, von welchem Zustand wir ausgehen, und melden uns, wenn die Messung etwas anderes ergibt.
Für jeden Befund gibt es eine Antwort. Falsch ist nur, den Befund zu überspringen.
Auf einem alten Belag kann man verlegen, wenn er fest sitzt, vollflächig verklebt ist und die Klopfprobe keine Hohlstellen zeigt. Dazu kommt das Anschleifen oder ein Haftgrund für dichte Oberflächen und ein Blick auf die Aufbauhöhe: Türen, Übergänge, Duschabläufe und Sockel machen die neue Höhe schnell zum Problem.
Im Nassbereich raten wir in den meisten Fällen zum Rückbau. Der alte Belag müsste die neue Abdichtung mittragen, und bei einem Bad aus den Achtzigern weiß niemand, was unter der ersten Fliesenlage liegt. Wie die Abdichtung aufgebaut wird, steht im Ratgeber zur DIN 18534.
Kurz gesagt
Die Prüfung des Untergrunds ist der günstigste Teil der Arbeit und der einzige, der sich nicht nachholen lässt. Wenn ein Angebot keine Position für Untergrundvorbereitung enthält, ist das kein Sparpreis, sondern eine Lücke.
Grundlagen dieses Beitrags: DIN 18202 „Toleranzen im Hochbau“ für die Ebenheit, die Regeln der VOB Teil C für Fliesen- und Plattenarbeiten, die Merkblätter des Fachverbands Fliesen und Naturstein zur Untergrundvorbereitung sowie die Verlege- und Trocknungsangaben der eingesetzten Hersteller. Die konkreten Grenzwerte für Ihr Objekt hängen vom Aufbau ab und werden vor Ort gemessen.
In trockenen Räumen oft ja, wenn der alte Belag fest und vollflächig verklebt ist und die Aufbauhöhe passt. Der Belag wird angeschliffen oder mit einem Haftgrund für dichte Flächen behandelt, bei Bedarf kommt eine Entkopplung dazu.
Im Bad empfehlen wir in der Regel den Rückbau, weil die neue Abdichtung sonst auf einem Aufbau liegt, den niemand beurteilen kann.
So lange, bis die Messung es erlaubt. Wie schnell ein Estrich belegreif wird, hängt von Bindemittel, Dicke, Aufbau, Heizung und Raumklima ab. Deshalb wird die Restfeuchte mit dem CM-Gerät bestimmt, und maßgeblich sind die Grenzwerte, die Estrich- und Klebstoffhersteller für diesen Aufbau nennen.
Bei beheizten Konstruktionen gehört zusätzlich das Aufheizprotokoll dazu. Wir fragen es vor der Verlegung ab.
Klopfen Sie die Fläche mit dem Knöchel oder einer Münze ab. Wo es dumpf und hohl klingt statt hell und satt, fehlt darunter Kleber. Einzelne hohl klingende Fliesen sind ein Hinweis, keine Diagnose. Wenn sich Fugen aufreißen oder Kanten abplatzen, sollten Sie es ansehen lassen.
Nein. Eine Entkopplung nimmt Spannungen aus dem Untergrund auf, zum Beispiel bei ruhenden Rissen oder bei Verlegung auf einem Altbelag. Tragfähigkeit ersetzt sie nicht: Auf einer sandenden oder losen Schicht liegt danach die Matte lose, und der Belag darauf ebenfalls.
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Beitrag lesenWir sehen uns den Untergrund vor Ort an, klopfen die Fläche ab, messen Ebenheit und Restfeuchte und sagen Ihnen, was nötig ist. Auch dann, wenn es weniger ist als gedacht.