Abdichtung im Bad nach DIN 18534
Wassereinwirkungsklassen, Aufbau der Verbundabdichtung und die fünf häufigsten Fehler.
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Die Fuge zwischen Wanne und Fliese hält nicht so lange wie der Belag, und das ist kein Mangel. Sie ist ein Verschleißteil mit einer Aufgabe, und sie gehört regelmäßig geprüft.
Kaum ein Thema führt im Bad zu so vielen Missverständnissen wie das Silikon. Mal gilt es als Pfusch, wenn es nach Jahren reißt, mal wird es als Abdichtung verkauft. Beides ist falsch. Die elastische Fuge hat eine klar umschriebene Funktion, und wenn man sie kennt, erkennt man auch, wann sie ihre Arbeit nicht mehr macht.
An jeder Stelle, an der zwei unterschiedliche Bauteile aufeinandertreffen, entsteht Bewegung: Wanne und Fliesenspiegel, Wand und Boden, die Innenecken der Dusche, der Anschluss an Fensterbank oder Türzarge. Eine Badewanne senkt sich, wenn sie sich füllt, und hebt sich wieder. Bauteile dehnen sich bei Wärme. Ein frisches Gebäude setzt sich.
Diese Bewegung muss irgendwohin. Füllt man den Anschluss starr mit Zementfugenmasse, reißt sie oder die Fliesenkante platzt ab. Deshalb kommt an diese Stellen ein elastischer Dichtstoff, meist ein Sanitärsilikon. Er verformt sich mit und bleibt dicht, solange er elastisch ist.
Wichtig ist der zweite Teil des Satzes: solange er elastisch ist. Genau deshalb ist diese Fuge in der Normensprache eine Wartungsfuge. Die DIN 52460 führt den Begriff für Fugen- und Dichtstoffe ein, und die Merkblätter der Dichtstoffindustrie beschreiben, was daraus folgt: regelmäßig ansehen, bei Bedarf erneuern. Dass eine Wartungsfuge nach einigen Jahren fällig ist, ist Instandhaltung und kein Baufehler.
Das Wichtigste zuerst
Die Silikonfuge ist nicht die Abdichtung des Bades. Die liegt unter den Fliesen und wird beim Bau eingebaut. Wenn Wasser durch eine offene Silikonfuge läuft, ist sie die zweite Verteidigungslinie und nicht die erste. Mehr dazu im Ratgeber zur Abdichtung nach DIN 18534.
Eine feste Frist gibt es nicht. Wie lange eine Fuge hält, hängt an Nutzung, Belüftung und Reinigung: Ein täglich genutztes Familienbad verbraucht seine Fugen deutlich schneller als ein Gäste-WC. Sinnvoll ist, die Fugen einmal im Jahr bewusst anzusehen, am besten bei der großen Reinigung.
Kurz gesagt
Eine Silikonfuge ist ein Verschleißteil mit einer klaren Aufgabe. Wer sie im Blick behält, bemerkt ein Problem, solange es noch eine Fuge ist. Wer sie ignoriert, bemerkt es am Putz im Raum darunter.
Grundlagen dieses Beitrags: DIN 52460 „Fugen- und Glasabdichtungen, Begriffe“ für den Begriff der Wartungsfuge, die Merkblätter des Industrieverbands Dichtstoffe zur Wartung von Fugen im Hochbau sowie die Verarbeitungsangaben der eingesetzten Dichtstoffe. Welches Produkt auf Ihren Belag gehört, hängt vom Material ab, insbesondere bei Naturstein.
Es gibt keine feste Frist. Entscheidend ist der Zustand: Sobald die Fuge an einer Flanke aufreißt, hart wird oder sich dunkel verfärbt und das nach dem Reinigen zurückkommt, ist sie fällig.
Praktisch heißt das: einmal im Jahr ansehen. In stark genutzten Bädern hält eine Fuge deutlich kürzer als im selten benutzten Gästebad.
An einer Badewanne in einem gefliesten Bad ist das mit Zeit und Geduld machbar. Drei Punkte entscheiden über das Ergebnis: die alte Fuge muss restlos heraus, der Dichtstoff muss zum Material passen, und er darf nicht am Fugengrund haften.
Bei Naturstein, bei bodengleichen Duschen und überall, wo Sie sich über die Ursache nicht sicher sind, lassen Sie es besser machen. Wir erneuern Fugen auch als eigenen kleinen Auftrag.
Weil der Pilz nicht auf der Fuge sitzt, sondern im Material. Reinigen entfernt dann nur die Oberfläche. Ursache ist fast immer dauerhafte Feuchte: zu wenig Lüftung, stehendes Wasser am Rand oder eine Fuge, hinter der Wasser steht.
Kommt der Befall kurz nach einer Erneuerung zurück, sollte man nicht die Fuge, sondern den Aufbau prüfen.
Nein. Die Abdichtung liegt unter den Fliesen und wird beim Bau eingebaut. Die Silikonfuge schließt die Oberfläche und hält Spritzwasser dort, wo es hingehört.
Ein Bad, in dem nur die Silikonfuge zwischen Wasser und Estrich steht, ist nicht abgedichtet. Das fällt nur jahrelang nicht auf.
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